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Mombacher Wochenmarkt

Mombach. Sie waren bedient. Und sie waren sauer. In erster Linie wohl auf Schiedsrichter Sascha Fischer und seine Assistenten, von denen sie sich um den Sieg gebracht fühlten. Nachvollziehbar nach diesen 90 Minuten, vor allem nach der hektischen Schlussphase mit zwei Platzverweisen. Doch wenn die Fußballer des Verbandsligisten Fortuna Mombach die Partie gegen den FV Dudenhofen mit etwas Abstand Revue passieren lassen und in sich gehen, könnten sie zu dem Ergebnis kommen, dass diese 0:2 (0:1)-Niederlage zu einem großen Teil auf ihre eigene Kappe geht.

Keine Frage, es war ein schmerzhafter Nachmittag für die Mannschaft von Thomas Eberhardt. Die Rückkehr aus der Winterpause verlief ziemlich genau den eigenen Ansprüchen entgegengesetzt. Noch einmal angreifen wollte der Trainer mit seinem Team, die sechswöchige Vorbereitung hatte der Vater einer kleinen Tochter ja schließlich nicht angesetzt, weil er mit seiner Freizeit nichts anzufangen wüsste. Sondern weil er der Meinung war, dass die zehn Punkte Rückstand auf den zweiten Tabellenplatz durchaus aufzuholen seien – vorausgesetzt, die eigene Leistung und Ausbeute stimme.

Lange Zeit kaum Highlights

Am Sonntag war das nicht der Fall. Lange Zeit brachte die Fortuna nach vorne nur Stückwerk zustande. Sturmspitze Adem Kaya hing in der Luft, bekam kaum brauchbare Anspiele und sorgte mit seinem Freistoß in der zwölften Minute doch für den Höhepunkt der Mombacher Offensivbemühungen vor der Pause. Dass Marco Streker später über die linke Seite marschierte und eine Flanke schlug, musste man schon als zweites Highlight betrachten, auch wenn der Ball keinen Abnehmer fand.

Streker, einer von zwei Winter-Neuzugängen, die es auf Anhieb in die Anfangsformation geschafft hatten, fehlte insgesamt die Bindung zu den Mitspielern – „aber das ließ sich heute über fast jeden sagen“, grummelte Thomas Eberhardt eine knappe halbe Stunde nach dem Abpfiff. Für den zweiten Neuen war nach 45 Minuten Schluss: Glody Kuba sollte, den Eindrücken aus der Vorbereitung gemäß, die Hintermannschaft lenken, hatte aber schon genug mit sich selbst zu tun. Die schnellen Dudenhofener Konterspieler bereiteten ihm Geschwindigkeitsprobleme, „und die Abstände bei uns waren viel zu groß“, kritisierte sein Trainer. „Ich hab’s immer wieder reingerufen, aber es hat nichts geholfen.“

Konter bringt das 0:1

Hätten Kuba und seine Nebenleute auf Eberhardt gehört, wäre ihnen der erste Gegentreffer womöglich erspart geblieben. Eingeleitet wurde das 0:1 durch einen Fehlpass des neuen Abwehrchefs im Spielaufbau tief in der eigenen Hälfte, die immer wieder gefährlich konternden Pfälzer nutzten den sich bietenden Raum, schalteten blitzschnell um, Julian Scharfenberger lief alleine auf Fortuna-Torwart Pasquale Patria zu, Kuba kam nicht richtig hinterher (und verzichtete vernünftigerweise darauf, es mit einem langen Bein zu probieren), und Scharfenberger ließ Patria beim Schuss ins kurze Eck keine Chance (39.).

Nun ist der FV Dudenhofen nicht irgendwer. Der Verein ging als Tabellenfünfter in die restliche Runde, ist noch mittendrin im Kampf um einen Aufstiegsplatz und hat gegen Jahresende beide Mainzer Oberligisten, den TSV Schott und den SV Gonsenheim, aus dem Verbandspokal geworfen. Etwas mehr hätten sich die Mombacher dennoch einfallen lassen können, um den Gast unter Druck zu setzen. Etwas mehr Fußball spielen – das können sie ja ziemlich gut – wäre ein Ansatz gewesen, etwas weniger mit langen Schlägen oder isolierten Einzelaktionen agieren.

Vielleicht hätte es dem Spiel ja eine Wende gegeben, wäre Adem Kaya kurz nach Wiederbeginn nicht im Eins-gegen-eins an Marcel Johann gescheitert. „Riesenchance“, hielt auch Eberhardt fest, „aber der Torwart hat auch stark gehalten.“

Ärger nach zwei Schlüsselszenen

Und dann kam der Trainer auf „zwei Schlüsselszenen, die das Spiel in ganz andere Bahnen lenken können“, zu sprechen. „Wir haben nicht gut gespielt“, gab er zu. „Aber man muss ja nicht unbedingt die bessere Mannschaft, um zu gewinnen. Und wenn der Schiedsrichter in diesen beiden Szenen richtig entscheidet, bin ich mal gespannt, was passiert…“

Über die erste Fehlentscheidung, die Eberhardt den Referees vorwarf, gab es nicht viel zu diskutieren. Krystian Borowski flankte von rechts, für Adem Kaya am zweiten Pfosten war der Ball nicht ganz erreichbar – doch in der Mitte war der eingewechselte Mate Malenica beim Versuch, sich dem Ball entgegenzuwerfen, umgerissen worden. Eine Aktion, die keine zwei Meinungen zuließ, doch vermutlich hatten weder Schiri Fischer noch sein Assistent Marvin Schmidt hingeschaut (64.). Nebenbei angemerkt: Ein Elfmeterpfiff alleine hätte noch nicht den Ausgleich bedeutet; die Chance wäre allerdings extrem hoch gewesen.

Was die zweite von Eberhardt und allen Mombachern monierte Szene angeht, ist etwas mehr Zurückhaltung geboten. Wieder war es eine Borowski-Hereingabe, Adem Kaya stand im Abseits, griff allerdings nicht ein, stattdessen kam Malenica an den Ball und beförderte den Ball aus 15 Metern ins rechte Eck (69.). Der Treffer zählte nicht – wegen Abseits. Selbst die Beobachter, die auf Ballhöhe standen, waren sich nicht einig, ob es eine korrekte Entscheidung war; SPORTAUSMAINZ.de hatte eine optimale Sicht und sagt: gleiche Höhe. In jedem Fall eine knifflige Angelegenheit, mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen. Will man das dem Mann mit der Fahne ernsthaft vorwerfen?

Kirn meckert, Kaya checkt

Das mochte auch Thomas Eberhardt nicht unbedingt. Der 33-Jährige gab jedoch zu bedenken, „dass solche Entscheidungen nur gegen uns gefallen sind. Die Dudenhofener standen in der gesamten ersten Halbzeit nicht einmal im Abseits…“

In diese Phase hinein, in der die Mombacher vor allem dank Malenicas Wühlerqualitäten endlich Druck auf das Tor der Pfälzer ausübten, fiel nicht nur das 0:2, eine Kopfballverlängerung von Andreas Lange über Patria hinweg nach einer Flanke von der rechten Seite (84.). Nein, obendrein gingen die Gastgeber auch noch zweier Akteure verlustig. Zunächst sah Dennis Kirn die Gelb-Rote Karte, als er sich verbal überzogen in eine Rudelbildung nach einem Foul seines Kollegen Andreas Rudolf einbrachte (82.), dann erwischte es Adem Kaya nach einem rüden Bodycheck. Ein Frustfoul – an der Berechtigung des Platzverweises gab es dennoch nichts zu deuteln.

Wenn’s ganz dumm läuft, wird auch Ivan Idzan der Fortuna eine Weile fehlen. Der Mittelfeldspieler war ohne Gegnereinwirkung umgeknickt und konnte nicht weiterspielen. „Ausgerechnet Ivan“, bedauerte Eberhardt, „er war der einzige, der heute wirklich klare Aktionen hatte.“